AMELUNGIAS traditionelles HERZ-JESU-BERGFEUER


Wie nahezu jedes Jahr seit 1933 brennt AMELUNGIA INNSBRUCK ihr markantes Bergfeuer ab: das große Kreuz mit dem dreieckigen Sockel auf der „Herzwiese" oberhalb der Arzler Alm. Und wie jedes Jahr war von unserem Bundesbruden Monty alles bestens vorbereitet. Ich, der ich irgendwann in den 80er Jahren das letzte Mal dabei war, wollte wieder einmal mitmachen. Doch durch eine seltsame Häufung widrigster Umstände kam es, dass ich plötzlich der einzige „Bergfeuerer" war und das Ganze vor der Absage stand. In Windeseile fanden sich die Kartellbrüder Miraculix und Keynes AMBRONIÄ, letzterer mit zweien seiner Söhne, mein Freund Peter Penn mit seinem Gast Randy Maggiore, Professor an der Partneruniversität New Orleans und mein Cousin Georg Zingerle mit seiner Frau Hemma, stolze 9 Personen!
Also auf geht's!

Die freundliche Nordkettenbahn hatte uns alles schon am Vortag auf die Seegrube transportiert, und so traten wir am Samstag von dort aus unser Abenteuer an. Prachtvolles Sommerwetter, Jause und viel Getränk im eigenen Rucksack, dazu für drei von uns einen weiteren, schweren Rucksack mit allen Materialien und Werkzeugen. Abstieg zur besonders feinen Bodensteinalm, kurze Rast und weiter auf ziemlich unwegsamem Steiglein zur dritten steilen Schotterreiße „Herzwiesen".

Der Aufbau des ca 100 Meter langen Kreuzes ging mit vielen Händen problemlos und ziemlich rasch vonstatten – Schnüre spannen, Pflöcke schlagen, je drei Fackeln anbinden, ausrasten und jausnen. Der kommende Abstieg bereitete uns allerdings gewisse Sorgen: steil, hohes, sehr rutschiges Gras, längst verwaiste Steige und Weglein völlig verwachsen, verstecktes Geröll, Äste und Wurzeln, dazu die nahende Finsternis, schwere Rucksäcke etc. Georg und ich gingen auf Erkundung des Wegverlaufes zur Arzler Alm und fanden nach eineinhalb Stunden mühevoller Kraxlereien, dass dieser übliche Abstieg unzumutbar und verantwortungslos gewesen wäre. So beschlossen Peter und Hemma mit dem
Herrn Professor noch bei Tageslicht über den gekommenen Weg nach Hause zu gehen. Da waren es noch ihrer sechs!


Bei Einbruch der Dunkelheit hielten wir eine kurze Andacht zum Tiroler Bündnis an das „Heiligste Herz Jesu". Und nach dem Lied „Auf zum Schwur Tiroler Land ..." stieg jeder zu seinem Abschnitt, um die Fackelbündel anzuzünden. Nach einer halben Stunde stand das riesige Kreuz in hellen Flammen und strahlte, wie schon so oft in schwerer und guter Zeit, als Zeichen der Treue zu Gott für viele in den klaren Nachthimmel von Innsbruck – etwa eine gute Stunde lang. Als die ersten Feuerstellen in sich zusammenschmolzen und drumherum sich langsam kleine Glutnester bildeten, ging es ans Ablöschen und Austreten von glühenden Fackel-, Holz- und Grasresten. Und dann kam der Heimweg – zurück zur Bodensteinalm und über die Serpentinen zur Hungerburg. 

Ich war um 2 Uhr und 10 Minuten zu Hause, entfernte eine Zecke, nahm zum Vergessen der schmerzhaften Wirkung der zwei schweren Rucksäcke ein Voltaren und eine Magnesiumtablette, genoss ein halbstündiges Bad und schloss um drei Uhr stolz und zufrieden meine Augen zum Schlaf.

Euer Fasold

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Alternative

K.Oe.St.V. Amelungia Innsbruck

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